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Wie geht es den Kindern?

Bevor ich einen zusammenfassenden Überblick über die zentralen Ergebnisse von Studien zu diesem Thema gebe, möchte ich auf ein Buch hinweisen, das die Kinder selbst zu Wort kommen lässt:

Uli Streib-Brzic & Stefanie Gerlach (2005): Und was sagen die Kinder dazu? Gespräche mit Töchtern und Söhnen lesbischer und schwuler Eltern. Berlin

Seit den 80iger Jahren kennen wir aus Amerika die Ergebnisse, dass es Kindern bei lesbischen oder schwulen Eltern durchschnittlich weder schlechter noch besser geht als Kindern bei heterosexuellen Eltern.

Im Einzelnen sagen die Studien aus:

- Die Kinder haben gleich viele Freundschaften wie Kinder mit heterosexuellen Eltern.

- Sie scheinen sich der möglichen Vorurteile gegenüber ihren Familien sehr bewusst zu sein: In der Regel achten sie genau darauf, wem ihrer Freundinnen und Freunden sie Näheres von ihrer Familie erzählen.
Hier hat unsere Gesellschaft Nachholbedarf, es den Kindern zu erleichtern!

- Die Kinder berichteten nicht von mehr Hänseleien oder Einschüchterungsversuchen durch Gleichaltrige als Kinder heterosexueller Eltern. Wenn sie gehänselt wurden, dann häufig mit der Homosexualität ihrer Mütter, oder es wurde ihnen eine homosexuelle Orientierung unterstellt.

- Von den Kindern, die mittels anonymer Samenspende gezeugt wurden, würde ein Viertel gerne ihren biologischen Vater kennen lernen, wobei es 41% der Jungen und 10% der Mädchen sind, die daran interessiert sind. Als Motiv geben sie meist Neugier an. (Untersuchungen von Kindern bis zum Alter der Vorpubertät)

- In einem Workshop mit Jugendlichen homosexueller Eltern wünschten diese sich v.a. einen selbstbewussten und offenen Umgang ihrer Eltern mit deren Lebensweise. Sie fühlten sich häufig in der Situation, anderen die Lebensweise ihrer Eltern erklären zu müssen und meinten es wäre leichter, wenn die Eltern und Großeltern offener damit wären.

Und sie wünschten sich Kontakte zu anderen Jugendlichen in ähnlicher Situation.

All diese Ergebnisse unterstützen die Aussage, dass es am besten für die Kinder ist, offen und selbstbewusst mit der gewählten Situation umzugehen.

Die soziale und emotionale Entwicklung des Kindes wird grundlegend von der Qualität des Bindungsverhältnisses zu den Eltern beeinflusst und das Geschlecht der Bezugsperson ist weniger bedeutsam als deren persönliche Kompetenz, eine sichere und tragfähige Beziehung zum Kind aufzubauen.  (vgl. Bindungstheorie)

Quellen:

A. Brewaeys, S. Dufour, H. Kenterich: Sind Bedenken hinsichtlich der Kinderwunschbehandlung lesbischer und alleinstehender Frauen berechtigt?

Eine Überblickstudie,  in J.Reproduktionsmed. Endokrinol. 1/2005

Die AutorInnen kommen zu dem Ergebnis, dass der Befürwortung von Inseminationen aus ihrer Sicht nichts im Wege stehe, wenn an die Samenspender die Bedingung gestellt wird, dass sie bereit sind, ihre Identität preis zu geben.

(In Deutschland gibt es das Grundrecht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft. Vor diesem Hintergrund muss diese Bedingung verstanden werden.)

LSVD (Hg.) (2005): Dokumentation des vierten bundesweiten Familienseminars des LSVD „Familien unter dem Regenbogen“. Köln

Weitere Literatur s. Button Literatur

 

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© Carola Lehmann  | lehmann@lesben-kinderwunsch.de